Kommunikationstraining

Der Inhalt dieser Seite stammt von Hr. Andreas REINELT, dem ehemaligen Gebärdensprachlehrer und Kommunkationstrainer von Stephanie.

Weitere Informationen über das Angebot von Hr. REINELT finden Sie auf der Webseite des Vereins uk-unterwegs.

Die erste Begegnung mit Stephanie fand im April 2003 statt. Zu diesem Zeitpunkt konnte Stephanie weder in der Lautsprache noch in einer anderen Form mitteilen, deshalb haben sich die Eltern dazu entschlossen, mein Angebot auf "Kommunikationstraining mit Gebärdensprache" anzunehmen.

Nachdem Stephanie und ich uns "zusammengerauft" hatten und uns gegenseitig respektierten, konnte ich mit dem Training konkret anfangen. Es hat sich jedoch sehr rasch herausgestellt, dass die GuK (=Gebärdensprachunterstützte[nbsp]Kommunikation) für Stephanie zunächst nicht geeignet war. Sie konnte damals noch keine Bilder bzw. Abbildungen zuordnen.

Somit begann ich mit Real- bzw. mit Plastikgegenständen. Als Thema nahm ich das Essen und so haben wir mit Obst begonnen. Ich habe ihr Apfel, Banane und Joghurt gezeigt. Schritt für Schritt zeigte ich ihr die dazugehörigen Gebärden, die sie sehr rasch lernte, weil ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Gebärde und Obst bestand. Als Pausenfüller spielten wir immer wieder mit dem Ball und mit dem Auto bzw. mit der Kugelbahn, um ihre Bewegungskoordination zu fördern und zu festigen.

Aufgrund des hohen Lernerfolges lernte Stephanie auch die Gebärden für Besteck und so konnten wir recht bald in die zweite Phase übergehen. Im Laufe des Trainings habe ich gesehen, dass Stephanie durch das Erleben ("learning by doing") am meisten profitiert. Somit gingen Stephanie und ich einkaufen. Anhand des Plastikobstes wusste Stephanie was wir brauchen. Sie kaufte gezielt ein, d. h. sie nahm einen Apfel, Banane und Joghurt. Natürlich war die Trefferquote nicht immer 100%. Statt die Fehler auszubessern zeigte ich ihr die dazugehörigen Gebärden. So hat Stephanie den Unterschied erkannt und lernte gleichzeitig die neuen Gebärden.

Mein Training beschränkte sich auf 2 Stunden in der Woche und so haben die Eltern und ich auch das Tagesprogramm durch besprochen. Ich habe den Eltern verschiedene Gebärden gezeigt. Einen großen Durchbruch haben die Eltern beim Toilettentraining errungen. Ich habe den Eltern die Gebärde für Toilette gezeigt, und so haben sie gemeinsam den Toilettengang trainiert. Innerhalb von 2 - 3 Wochen hat Stephanie den "Auftrag" der Eltern und die dazugehörigen Gebärde verstanden. Stephanie setzt die Gebärde für Toilette korrekt ein und benötigt seither tagsüber keine Windeln mehr.

 

Die laufende Mitarbeit der Eltern, Schule und der Delphintherapie bewirkte eine positive und effektvolle Entwicklung für Stephanie. Derzeit trainieren Stephanie und ich bzw. Bernhard (mein neuer Mitarbeiter) Gebärden und Wörter. So hat Stephanie die Möglichkeit bei fremden Menschen, die keine Gebärden beherrschen durch Wörter mitteilen, was sie möchte. Ebenso werden auch gezielte Wünsche von Stephanie unterstützt, um die Selbstbestimmung und Selbstbewusstsein zu stärken. Durch Fragen wie "Möchtest du spielen?", "Möchtest Du etwas essen?", soll Stephanie die Möglichkeit geben durch ja oder nein ihre Bedürfnisse auszudrücken.